Einen 20kg-Klebstoffbeutel öffnen: ein einfacher Handgriff, aber kein unwichtiger

Blog 9. September 2026

Einen Klebstoffblock zu öffnen und in das Schmelzgerät einzusetzen scheint einer der leichtesten Schritte des Produktionvorgangs zu sein. Tatsächlich ist es ein Prozessschritt, der richtig ausgeführt werden muss: Ein falsch durchgeführtes Öffnen kann den Klebstoff vorzeitig der Luft aussetzen – mit Folgen, die sich erst später zeigen.

Wie öffnet man also einen 20kg-Klebstoffblock?

Kontrolle der Verpackung

Bei einem 20kg-Block HMPUR-Klebstoff gilt die Verpackung als korrekt versiegelt, wenn die Aluminiumfolie vakuumverpackt ist und keine Löcher, Risse oder sonstigen Beschädigungen aufweist.

Diese Kontrolle ist besonders wichtig, da HMPUR-Klebstoffe feuchtigkeitsreaktive Klebstoffe sind. Während Transport und Lagerung müssen sie daher angemessen vor dem Kontakt mit der Luftfeuchtigkeit geschützt werden, in der Regel durch eine Vakuumverpackung oder eine mit einer Inertatmosphäre – beispielsweise Stickstoff – gefüllte Verpackung.

Ist die Verpackung beschädigt oder gewährleistet sie den Schutz vor Feuchtigkeit nicht mehr, kann der Klebstoff bereits innerhalb der Verpackung zu reagieren beginnen. In diesem Fall könnte das Material teilweise vernetzt in den Prozess gelangen – mit negativen Folgen für seine Eigenschaften und die anschließende Verarbeitung (z. B. Klebstoff schmilzt nicht korrekt).

Aus diesem Grund muss vor dem Öffnen jedes Blocks eine Sichtkontrolle der Unversehrtheit der Verpackung durchgeführt werden. Bei einer nicht mehr vakuumverpackten, durchlöcherten oder beschädigten Folie sollte das Produkt nicht verwendet werden.

Der richtige Schnitt

Der Block darf nicht an einer beliebigen Stelle geöffnet werden. Er ist waagerecht entlang des Schweiß-/Siegelstreifens aufzuschneiden: Dies ist die eigens zum Öffnen vorgesehene Stelle, und wer sie beachtet, gewährleistet einen sauberen Zugang zum Klebstoff.

Vom Öffnen zum Schmelzgerät: keine Zeit zu verlieren

Sobald die Folie aufgeschlagen ist, muss der nächste Schritt sofort erfolgen: Der Block ist unverzüglich in das Schmelzgerät einzusetzen.

Jede Minute des Wartens ist Zeit, in der der Klebstoff der Luft ausgesetzt bleibt – und mit der Luft kommt die Feuchtigkeit.

Für einen Polyurethanklebstoff bedeutet dies eine konkrete Gefahr: den Beginn einer ungewollten Vernetzung, noch bevor das Material dort aufgetragen wird, wo es gebraucht wird. Ein Klebstoff, der bereits zu reagieren begonnen hat, ist ein Klebstoff, der sich in der Produktion nicht mehr wie erwartet verhält.

Kopfüber oder aufrecht?

Es gibt ein zweites, leicht zu unterschätzendes Detail: die Richtung, in der der Block in das Schmelzgerät eingesetzt wird.

Er ist senkrecht einzusetzen, mit der Oberseite nach oben – also unter Beibehaltung der ursprünglichen Ausrichtung.

Zusammenfassung

Vier Vorkehrungen, ein einziges Ziel: die Unversehrtheit des Klebstoffs vom Moment des Öffnens bis zum Eintritt in die Produktion zu bewahren.

  1. Die Verpackung kontrollieren.
  2. Den Block waagerecht entlang des Schweißstreifens aufschneiden.
  3. Ihn unmittelbar nach dem Öffnen in das Schmelzgerät einsetzen, um die Luftexposition zu begrenzen.
  4. Ihn senkrecht positionieren und die ursprüngliche Ausrichtung beibehalten.

Ein Handgriff, der nur wenige Sekunden dauert, aber den Unterschied ausmacht zwischen einem Klebstoff, der gleichmäßig schmilzt, und einem, der bereits beeinträchtigt startet.

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